Brukenthal    
Home
Elevi
Chat
Forum
AGs
Prüfungen
Schuljahr
Fotoalbum
Professoren
Liste
Schule
Geschichte
Tradition
Partnerschulen
Statistik
Absolventen
Klassentreffen
Kontakt
Sekretariat
Webmaster

Luxemburgisch-rumänisches Film-Projekt

Schüler drehen Spielfilm im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas 2007

Luxemburg – Eine Delegation vom Hermannstädter Brukenthal Gymnasium befand sich in der Zeitspanne 5. – 10. Februar 2006 im Lycée classique de Diekirch (LCD), Luxemburg, um ein transnationales Film-Projekt durchzuführen, das im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas Luxemburg – Sibiu 2007 entstehen soll. Der Besuch stellt eine Etappe in der Vorbereitung dieses Projektes zum Themenkreis Wurzeln- und Identitätssuche, Migration und grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Europa dar. Ein 90minütiger Spielfilm soll Ende 2007 in Luxemburg und in Hermannstadt / Sibiu Premiere haben, wobei als Zielpublikum vor allem Jugendliche gelten.

Fünf Schüler der neunten Klassen des Brukenthal Lyzeums besuchten letzte Woche in Begleitung der Deutschlehrerin Oana Secaş die Partnerschule LCD, um, zusammen mit Schülern und Lehrern des luxemburgischen Lyzeums, das Projekt, das den Arbeitstitel „Exil oder Renaissance“ trägt, vorzubereiten. Von der Bedeutung des Projektes scheint auch Gerold Hermann, Direktor der Brukenthalschule überzeugt zu sein, zumal er seinen Urlaub in Deutschland unterbrach, um sich für zwei Tage lang der Gruppe anzuschließen. Am Bahnhof wurden die Hermannstädter von Joseph Eilenbecker, Stellvertretender Direktor des LCD, vom Projektleiter Hubert Bauler, sowie von den Gastfamilien erwartet. Die Lehrer wurden im Internat des LCD in Mersch untergebracht.

Das Programm begann am Montag mit einer offiziellen Begrüßung durch Robert Bohnert, den Direktor des LCD, der die Gruppe zu einem Gespräch und einer Schulbesichtigung einlud. Die Gäste nahmen jeden Tag am Unterricht Teil und besichtigten sowohl die Stadt Luxemburg als auch Echternach, Vianden und Clervaux. Am Dienstag, den 7. Februar fand ein feierliches Essen im Protokollsaal des Merscher Internats statt, wo die Beteiligten – Schüler, Lehrer, Direktoren, Elternvereinigung –, sowie Vertreter der rumänischen Botschaft und Guy Dockendorf, Direktor des luxemburgischen Kulturministeriums und gleichzeitig Vorsitzender des Projekts „Luxemburg und Großregion, Kulturhauptstadt Europas 2007“ dabei waren. Als wichtigste Aktivität während des Aufenthalts galt die Gruppenarbeit am Projekt.

Der Kontakt zwischen den beiden Traditionsschulen besteht bereits seit April 2005. Mitte Oktober befand sich eine erste Delegation des LCD, zusammen mit Guy Dockendorf in Hermannstadt und im Brukenthal Gymnasium. Die Gruppe wurde damals vom Bürgermeister Johannis feierlich empfangen. Das Projekt, das nach einer umfassenden Bewerbung vom luxemburgischen Kulturministerium im Sommer 2005 offiziell in der ersten Kategorie („accord de principe“) bewilligt und als „beispielhaft“ beurteilt wurde, soll auch über ein konsequentes Budget verfügen, erklärt Projektleiter Hubert Bauler.

Schüler der beiden Lyzeen haben separat zwei Erzählungen zu den Themen Auswanderung, Wurzeln- und Identitätssuche geschrieben. Diese gelten als Ausgangspunkt für das Drehbuch. Das Hauptziel des jetzigen Meetings war es, die beiden Texte zu einer Geschichte zu verbinden und Entscheidungen über den weiteren Verlauf des Projektes zu treffen. Geplant sind die Umsetzung der Geschichte in ein richtiges Szenario mit Einteilung des Textes in Szenen und Dialoge. Bereits während der Pfingstferien soll in Hermannstadt gefilmt werden. Weitere Termine wären im Sommer und im September dieses Jahres sowie während der Osterferien 2007. Erst dann wird der Film geschnitten und die Montage gemacht. Dabei ist die Arbeit von Jean-Roland Lamy-au-Rousseau, Lehrer am LCD, und eigentlicher Initiator der Spielfilmidee ausschlaggebend, da er auch über die nötigen Kompetenzen und Erfahrungen im Filmbereich verfügt.

Der Spielfilm soll die Geschichte eines 18jährigen Luxemburgers erzählen, der von seinen Eltern erfährt, dass er aus Rumänien adoptiert wurde, und der den Entschluss trifft, sich auf eine „Heimreise“ ins Herkunftsland zu machen, um in der Gegend um Hermannstadt / Sibiu seine leiblichen Eltern zu suchen. In Hermannstadt angekommen, trifft er auf eine Clique jüngerer Schüler vom Brukenthal Gymnasium. Davon ist einer ein luxemburgischer Austauschschüler, der nach einem einjährigen Aufenthalt in Rumänien kurz vor der Abreise steht. Die Clique erlebt zahlreiche Abenteuer auf der Suche nach Antworten bezüglich der Auswanderung der Luxemburger nach Siebenbürgen im 12. und im 18. Jahrhundert. Die Wege der Protagonisten kreuzen sich einige Male, dabei entsteht eine sonderbare Beziehung, die sich für alle als vorteilhaft erweist. Enttäuscht, seine Eltern nicht gefunden zu haben, kehrt der 18Jährige nach Luxemburg zurück, die Reise nach Rumänien hat jedoch auch ihre positiven Auswirkungen auf ihn: der Einzelgänger hat gelernt, mit Menschen umzugehen und Beziehungen aufzubauen, er hat gelernt, die Hilfe der anderen anzunehmen. Mit dem Besuch der Hermannstädter in Luxemburg soll der Film enden.

Alina Mazilu