Brukenthal    
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Bakkalaureat (Abitur)

Die Prüfung wird nach der 12. Klasse, nach Schulschluss in den Sommerferien in 6 Fächern entsprechend den Bestimmungen des Ministeriums für Bildung, Forschung und Jugend organisiert. Für die schriftlichen und mündlichen Prüfungen gibt es seit dem Schuljahr 2006-2007 jeweils 100 bekannte Themenvarianten, davon wird für die schriftliche Prüfung im Ministerium jeweils eine Variante für das ganze Land ausgelost, im Falle der mündlichen Prüfung zieht der Kandidat einen Zettel.
Fächer:
A. Rumänisch (mündlich und schriftlich)
B. Erste Fremdsprache (mündlich, Brukenthalschule: Englisch)
C. Muttersprache (für Schulen mit Unterricht in der Sprache einer Minderheit, mündlich und schriftlich, Brukenthalschule: Deutsch)
D, E, F – Verschiedene Fächer (andere als bei den Proben A, B, C, schriftliche oder praktische Prüfung) in Abhängigkeit des Profils der beendeten Klasse und entsprechend dem Wunsch des Absolventen. Es können praktisch alle im Lyzeum unterrichteten Gegenstände gewählt werden. Im Schuljahr 2006–2007 bestanden alle 123 Absolventen der Brukenthalschule das Bakkalaureat im ersten Anlauf.


Sprachdiplom

DSD – wozu noch? Sind wir nicht jetzt in der EU?

Eine solche Frage hört man nicht selten, wenn man als Fachberater Deutsch durch die Lande fährt und die unterschiedlichen Schulen seines Bereiches besucht. - Ist es wirklich notwendig, sich einer Prüfung eines anderen Staates der EU zu unterziehen, während man doch parallel dazu sein Abitur ablegt? Und außerdem: gibt es denn auch ein rumänisches Sprachdiplom für Deutsche?

Während die letzte Frage nicht so einfach zu beantworten ist - obgleich der GER (Gemeinsame Europäische Referenzrahmen) wohl auch Raum für eine RaF (Rumänisch als Fremdsprache) Prüfung bieten könnte - fallen die Antworten auf die anderen Fragen viel leichter. - Natürlich muss man nicht unbedingt das DSD machen, um als junger Europäer seinen Weg in der bzw. in die EU finden zu können. Natürlich gibt es attraktive Berufe, bei denen Deutsch oder andere Fremdsprachen keine große Rolle spielen. - Was spricht also für das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz?

Zunächst einmal bietet es den jungen Menschen die Möglichkeit, schon vor dem nationalen Abitur eine authentische Prüfungssituation zu erleben. Die Unterlagen der schriftlichen Prüfungsteile werden in Deutschland von anonymen Korrektoren bzw. elektronisch bewertet und in der mündlichen Prüfung werden moderne Arbeitsformen wie Gruppen- bzw. Teamarbeit geübt; es wird prozess- und ergebnisorientiert gearbeitet und es werden für das Studium und den Beruf unabdingbare Präsentations- und Visualisierungstechniken gefördert. Zudem beginnen die Schüler/innen schon mehrere Monate vor der Prüfung, Materialien zu sammeln und auszuwerten, da sie für den mündlichen Teil eine Projektmappe anlegen müssen. Zeitmanagement und vorausplanendes Lernen werden somit in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gestellt, wo allzu oft noch Aktionismus in letzter Minute und typisches „Saisonarbeiten“ vorherrschen. - Das DSD ist also ein echtes europäisches Examen mit deutlich propädeutischen Zügen.

Außerdem bietet das DSD den Nachweis der Studierfähigkeit in der Sprache, die im Herzen Europas von mehr als 100 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen wird. Vergessen wir nicht, dass nicht nur in den drei Stammländern Deutschland, Österreich und der Schweiz, sondern auch in Liechtenstein, Südtirol und Ostbelgien Menschen mit Goethes Sprache aufwachsen. Die beiden letztgenannten Gegenden gelten in ihren jeweiligen Nationalstaaten als besonders erfolgreiche Landesteile. Worauf deutet diese Tatsache hin?

Neben der kulturellen ist die wirtschaftliche Bedeutung der deutschen Sprache nicht von der Hand zu weisen. Das DSD C1 bescheinigt den Absolvent/inn/en nicht nur das Niveau der Studierfähigkeit in Deutschland, sondern es eröffnet ihnen auch die Möglichkeit, ohne weiteren Sprachnachweis zum Beispiel in Klausenburg an der Babeş-Bolyai Universität einen deutschsprachigen Studiengang zu belegen. Und schließlich bietet das DSD auch demjenigen, der kein Universitätsstudium anstrebt, bessere Berufschancen im eigenen Land, denn die zahlreich vertretenen deutschen Wirtschaftsunternehmen werden bei Einstellungen in den unterschiedlichsten Firmensparten immer solche Kandidat/inn/en bevorzugen, die gute deutsche Sprachkenntnisse in Wort und Schrift nachweisen können.

Von all den Schulen, die ich betreuen darf, ist das Brukenthal Lyzeum die leistungsstärkste DSD Schule in Siebenbürgen. Seit vielen Jahren nehmen alle Schüler/innen der 12. Klassen (zwischen 110 – 125) am DSD teil; dabei erreichen sie die höchste durchschnittliche Prozentzahl bei den Endergebnissen des Diploms. In diesem Jahr wurde erstmals das DSD nach neuem Format (GER konform) abgelegt; dabei wurde zum ersten Mal die 100%ige Bestehensquote nicht erreicht (eine Kandidatin kam nicht auf die Mindestpunktzahl). Das zeigt, dass man sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen darf, sondern dass es kontinuierlicher Arbeit bedarf, um das hohe Niveau zu halten. Bisher konnte im Gegensatz zu anderen Schulen auf Sichtungstests vor der DSD Zulassung verzichtet werden; aber sollte sich heraus stellen, dass die Qualitätsmarke auch im nächsten Jahr gerissen wird, muss man überlegen, ob auch am Brukenthal Lyzeum eine solche Sichtungsprüfung eingeführt werde sollte. – Es lohnt sich also für alle Beteiligten, die Herausforderung anzunehmen und weiterhin auf Brukenthal-Kurs zu bleiben.

DSD – wozu noch? … bleibt vielleicht bei manchen immer noch eine Frage. Andere jedoch haben sicherlich die Zeichen der Zeit erkannt und die Frage für sich beantwortet. – Und wenn dieser Artikel zu letzterem hat beitragen können, dann hat er sich zu schreiben gelohnt.

In dem Sinne:              DSD =          Deutch Schmeckt Dir           -           wohl bekomm’s!

Hubert Gronen, FBK-Hermannstadt der ZfA (Zentralstelle für das Auslandsschulwesen)